Anno domini

„… zu verkündigen ein gnädiges Jahr des Herrn“ – Jes 61,2

Anno domini“ dürfte auf diese Stelle zurückgehen (‚schenat razon l’adonai’).

(Predigt) „… ‚Zu verkündigen ein gnädiges Jahr des Herrn’ – das ist die Sen­dung dieses Gesalbten, die Sendung Jesu Christi. Es gab im alten Israel eine bemerkenswerte soziale Einrichtung: das Erlassjahr. Jeweils nach 50 Jahren kam jede Familie, jede Sippe wieder zu ih­rem ursprünglichen Besitz, ganz gleich, in wessen Händen sich wenig oder viel davon inzwischen befand. Das gnädige Jahr des Herrn, das der Gesalbte Gottes hier verkündigt, ist ein Erlassjahr, aber weit hinaus über äußere Besitzverhältnisse, ein Erlassjahr in jeder Hinsicht. Und es ist ein Gnadenjahr ohne Ende. Es gibt kein Danach, sodass wir erneut verarmen könnten. Dieser ‚Tag der Vergeltung’, wie es dann noch heißt, ist endgültig. Ja – Vergel­tung – was hätte Gott uns eigentlich zu vergelten? Um Jesu Christi willen, ‚vergilt er uns nicht nach unserer Missetat, son­dern so hoch der Himmel über der Erde ist, lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten.’ ‚Als wollte er belohnen, so richtet er die Welt.’ …“

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