Vorfahrt für?

Der Jüngling zu Nain – Lk 7,11ff

(Predigt) „… Erinnern wir uns an frühere Zeiten, als noch Leichenzüge durch unsere Dörfer und die kleineren Städte zogen; der Sarg vorneweg im schwarzverhängten Wagen; die Pferde, die ihn zogen, im Trauerflor. Erinnern wir uns, wie Straßen abgesperrt wurden. Wie der Leichenzug selbstverständlich Vorfahrt hatte, wie nichts ihn aufhalten konnte und durfte. Wie alles still stand, bis er durch war. In Herrenberg, in meiner Heimatstadt war es so.

Am Stadttor der Israel-Stadt Nain trifft der Leichenzug auf einen ähnlich großen Zug. Er kommt von außen, ist in der Gegenrichtung unterwegs: Jesus, seine Jünger und eine große Menge mit ihnen. Eigentlich ist nach dem eben Gesagten klar, wie es bei dieser Begegnung nun weitergehen muss. Aber Überraschendes geschieht. Jesus tritt in Aktion. Und auf einmal steht der Leichenzug. Wer kann einen Leichenzug stoppen? Wer kann einem Leichenzug die Vorfahrt nehmen? Wer kann es wagen, da dazwischenzugehen? … …

Mit Jesus hält das Leben Einzug in der Stadt Nain, im Haus der Witwe, Leben aus dem Tod. Der Zug des Lebens, den Jesus anführt, hat nun Vorfahrt und niemand kann, niemand darf ihn mehr aufhalten. …“

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