Nicht verstummen!

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“ – 2 Tim 1,7

(Predigt) „… Eigentlich leben wir doch in einer großen, so nicht immer dagewesenen Freiheit. Jeder darf denken und sagen, was er will – mit gewissen Einschränkungen natürlich. Jeder kann Botschaften unter die Leute bringen, die er für wichtig hält. Merkwürdigerweise verstummt bei uns die christliche Botschaft zusehends, genauer gesagt: verstummen wir mit dieser Botschaft mehr und mehr. Im Gemeindeblatt für den heutigen Sonntag heißt es: ‚Wir werden nicht verfolgt. Trotzdem verstecken heute viele Christen ihren Glauben. Manche laufen sogar Gefahr, mit der Zeit ganz abzuhängen. Viele sind wie eine Raupe in einen undurchdringlichen, blickdichten Seidenkokon eingesponnen. … Man will am Glauben festhalten, aber man will diesen nicht mehr anderen Menschen und ihren Meinungen oder gar ihren spöttischen Bemerkungen aussetzen. Der Glaube ist ganz nach innen gewandert, abseits vom Alltäglichen.’ …

Timotheus hat von dem gefangengesetzten Paulus damals einen gewaltigen Ermutigungsschub erhalten und von Timotheus soll dieser Schub auch auf uns übergehen. Zunächst eine deutliche Erinnerung an den Geist, von dem wir als Christen beseelt sind: ‚Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.’ Dieses Verzagen, diese Ängstlichkeit, dieses Zurückweichen, dieses Verstummen, wie wir es an uns und unter uns beobachten – es entspricht nicht der Begabung, mit der uns Gott ausgestattet hat. Entdecken wir also neu diese Begabung in uns. Geist der Kraft – entdecken wir die Kraft, die Dynamik in uns, die uns bewegt und befähigt, über unseren Glauben zu sprechen und ihn weiterzugeben. Geist der Liebe – entdecken wir die Liebe, die uns Gott ins Herz gelegt hat, die uns drängt, andere an dem Glück des Glaubens teilnehmen zu lassen; die Liebe, die auch denen weiterhin gilt, die noch nein sagen und sich gegen uns stellen. Geist der Besonnenheit – entdecken wir in uns die Fähigkeit, uns von Widerspruch und Widerstand der Menschen nicht aus dem Konzept bringen zu lassen, sondern unbeirrt auf das von Gott gesetzte Ziel hinzuarbeiten. …“

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