Zwangsläufigkeit

„Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht“ – Joh 8,34

(Predigt) „… Haben wir darüber schon einmal nachgedacht? Kaum ein Zeitpunkt erscheint dafür günstiger als jetzt, wo wir ein altes Jahr abschließen und ein neues beginnen. Wer hat nicht schon gehofft, mit dem alten Jahr Altes, Schlechtes, Böses abzulegen? Und wer hat sich nicht schon vorgenommen, mit dem neuen Jahr die Weichen neu zu stellen? Und dann mussten wir feststellen, dass uns doch wieder die gleichen Versäumnisse und Verfehlungen unterliefen, oder dass es sogar noch schlimmer damit wurde.

Gelegentlich hat uns dann wohl der erschreckende Gedanke beschlichen, es könnte da eine Zwangsläufigkeit vorliegen, gegen die wir gar nicht mehr ankommen. Aber diesen Gedanken haben wir schnell wieder abgewiesen, um uns desto kräftiger einzureden, dass wir natürlich jederzeit frei seien, frei, so oder so zu handeln. Aber wie, wenn es nun bei uns wäre wie bei einem Suchtkranken, der sich auch einredet, er könne jederzeit aufhören, und in Wirklichkeit steht er längst unter einem unentrinnbaren Zwang? Genau darauf läuft die Diagnose hinaus, die Jesus hier stellt. …“

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