Überbietung

Buchstabe und Geist, Gesetz und Evangelium – 2 Kor 3,7ff

Die Herrlichkeit, die dem Gesetz innewohnt, wird überboten durch die Herrlichkeit, die das Evangelium mit sich bringt: „Denn wenn das Amt, das zur Verdammnis führt, Herrlichkeit hatte, wie viel mehr hat das Amt, das zur Gerechtigkeit führt, überschwängliche Herrlichkeit (3,10).

Das Gesetz und der Dienst, den es tut, dürfen also keineswegs abqualifiziert werden. Aber beides wird in den Schatten gestellt vom Evangelium und von seinen Wirkungen.

So also ist das Verhältnis Alter/Neuer Bund, Gesetz/Evangelium, Buchstabe/Geist zu bestimmen: Nicht als ein Entweder/Oder, nicht als ein Nichts/Alles, sondern als ein Verhältnis der Überbietung des Ersten durch das Zweite.

Die gleiche Struktur der Überbietung findet sich auch sonst im Neuen Testament, vor allem in Hebr: „Er (Christus) ist aber größerer Ehre wert als Mose“ (3,3). „Nun aber hat er (Christus) ein höheres Amt empfangen, wie er ja auch Mittler eines besseren Bundes ist, der auf bessere Verheißungen gegründet ist“ (8,6). Dazu Hebr 9 bis 10,18 im ganzen.

Unter dem Stichwort „Überbietung“ ist auch Offb 21,1ff zu vergleichen: „Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde …“. Gott hält an seiner Schöpfung fest! Er erneuert sie und überbietet sie durch eine Neuschöpfung.

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