Inthronisation

„Und als er das gesagt hatte, wurde er zusehends aufgehoben …“ – Apg 1,9

(Predigt) „… Manche haben gerade auch mit dieser Himmelfahrt Christi ihren Spott, und vielleicht haben ja auch Sie damit Probleme. Wie soll man sich das vorstellen? Wohin ist Jesus emporgehoben worden? In welcher Ecke des Weltraums wäre er zu suchen, in welche Galaxie hätte er sich zurückgezogen? Alles Unsinn, liebe Gemeinde. Der ganze Kosmos ist doch Schöpfung Gottes. Und Himmelfahrt bedeutet, dass Jesus Christus die Sphäre der Schöpfung verlassen und in den Himmel eingegangen ist, in die uns unzugängliche und unsichtbare Sphäre des Schöpfers. Das wird uns im Himmelfahrtsbericht deutlich gemacht mit der Wolke, die ihn vor den Augen seiner Jünger wegnahm. Die Wolke zeigt die Gegenwart Gottes an. Jesus ist zu Gott zurückgekehrt, von dem er ausging. Der Sohn ist zurückgekehrt zum Vater.

Aber eben doch nicht einfach ins Vaterhaus zurückgekehrt, als ob nichts geschehen wäre. Nein, von jetzt an hat der Sohn teil an der Herrschaft des Vaters. Noch mehr: Er wird nun die rechte Hand des Vaters. Der Vater übergibt ihm alles. Von dieser rechten Hand sprechen schon die Psalmen des alten Testaments: ‚Die Rechte des Herrn ist erhöht; die Rechte des Herrn behält den Sieg’. ‚Er schafft Heil mit seiner Rechten und mit seinem Heiligen Arm’. Jesus Christus ist erhöht; Jesus Christus behält den Sieg; ihm ist nun alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden; Gott schafft Heil durch ihn.

Ist es nicht eine wunderbare Botschaft? Der Sohn wird inthronisiert, er wird gekrönt. ‚Jesus Christus herrscht als König, alles wird ihm untertänig; alles legt ihm Gott zu Fuß’. Im Glaubensbekenntnis sagen wir es so: Aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters. Was heißt sitzen? Ausruhen im Sessel? Rente? Ruhestand? Vor sich hin dösen? Nein! Es heißt: Er sitzt nun auf dem Thron! Er regiert! Alles liegt nun in seinen Händen, in diesen Händen, die für alle Ewigkeit gezeichnet sind von den Wundmalen der Kreuzigung, von den Wundmalen der Liebe. …“

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