Politische Option

„ … Hinweg mit diesem, gib uns Barrabas los!“ – Lk 23,18

(Predigt) „… Wenn Pilatus schon einen der Ihren freigeben will, dann lieber den Aufrührer und Mörder Barrabas! Welch ein Hohn! Jesus hatten sie bei Pilatus wegen Aufhetzung, Aufruhr verklagt. Und nun wollen sie genau einen solchen, einen Aufrührer, einen Mörder, den Terroristen Barrabas freihaben. Das zeigt ihre eigentliche Gesinnung: Sie sind in Wirklichkeit, oder wenigstens im Zweifelsfall für Gewalt, für Gewalt von unten. Für Aufruhr. Für Menschenwerk. Im Zweifelsfall wählen sie die politische Option. Sie hassen Jesus in seiner unpolitischen, stillen, sanften Art. Von einem solchen Reich, das nicht von dieser Welt ist, wollen sie nichts wissen.

Wir fragen uns heute: Könnte auch für uns als Kirche die Gefahr bestehen, dass wir uns von Jesus, von seiner Art, von seinen Zielsetzungen, von seinem Werk abwenden, und statt dessen die politische Option wählen – etwa unter dem Stichwort ‚Theologie der Befreiung’: Was fangen wir mit Jesus an, mit seinem geistlichen Reich, mit seinem Leidens-Sinn? Lasst uns endlich aufstehen gegen die Mächtigen dieser Welt. Lasst uns Boykotte inszenieren. Lasst uns die Massen mobilisieren. Lasst uns notfalls auch zu den Waffen greifen. …“

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