Du weißt es

„Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, meinst du wohl, dass diese Gebeine wieder lebendig werden? Und ich sprach: Herr, mein Gott, du weißt es.“ – Hes 37,3

(Predigt) „… Was soll Hesekiel dazu sagen? Die Frage überfordert ihn restlos. Wen von uns würde sie nicht überfordern? Was würden wir antworten als Menschen, die realistisch denken und nichts halten von Illusionen und Wunschträumen?

‚Herr, mein Gott, du weißt es’ antwortet Hesekiel. Das ist die Antwort eines Menschen, der gelernt hat, ganz klein zu werden vor der Größe dieses Gottes. Was Hesekiel bis jetzt weiß, ist dies, dass aus Totengebeinen nie und nimmer wieder lebendige Menschen werden können. Aber er bringt zum Ausdruck, dass sein Wissen nicht zureicht, um über Gott zu befinden, über die Möglichkeiten, die er in seiner Heilsmacht vielleicht und unvorstellbarerweise doch noch hat. In diesem Sinn gibt er die Frage an Gott zurück: Herr, mein Gott, du weißt es (vgl. Petrus, Joh 21,15ff.)

Daraufhin erhält er den Auftrag, über diesem Totenfeld, über diesem toten Gottesvolk zu weissagen. Das Unvorstellbare – durch Prophetenspruch soll es in Gang kommen, durch Gottes Wort in Menschenmund; durch Verkündigung im Namen Gottes. Gott will, dass wir es wagen und sein Heil über den Menschen ausrufen; prophetisch ausrufen, proklamieren, im Vertrauen darauf, dass sein Wort wirkt, was es sagt. …“

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