Fasten – sonntags nie

Das Fasten als genuine christliche und biblisch begründete Übung ist in der evangelischen Kirche neu ins Bewusstsein gerückt. Besonders die 40tägige Fastenzeit vor Ostern wird inzwischen von vielen evangelischen Christen wahrgenommen und, was angesagte Verzichte angeht, variationsreich gestaltet. Das jährlich neu aufgelegte kirchliche Programm „Sieben Wochen ohne“ bietet dazu Anregung und Hilfestellung. Dass es beim Fasten in erster Linie um einen Akt der Buße geht und darum, sich auf den Leidensweg Jesu zu besinnen, den er uns zuliebe ging, tritt dabei nach meiner Kenntnis leider in den Hintergrund.

Wenn man die Tage von Aschermittwoch an, dem Beginn der Fastenzeit, bis Ostern zählt, kommt man auf deutlich mehr als 40 Tage. Woran das liegt, war mir nicht von vornherein klar. Es liegt daran, dass die Sonntage nicht mitgezählt werden. Denn sonntags wird nie gefastet.

Damit ist ein bedeutsames Signal gegeben. Der Sonntag als der „Tag des Herrn“, als der Tag seiner Auferstehung, ist und bleibt unter allen Umständen ein Festtag. Sonntag feiern und fasten, das verträgt sich absolut nicht miteinander.

Anmerkung: Eine interessante persönliche Erfahrung machte ich mit einer Art Fasten, die mir mein Arzt aus gesundheitlichen Gründen empfahl. Es handelte sich um eine Milch-Semmel-Kur nach Franz Xaver Mayr; dabei ernährt man sich pro Tag von zwei getrockneten Semmeln, ½ Ltr. Milch und Tee. Ich blieb dabei voll berufstätig. Einen Erfolg dieser Kur (Darmreinigung, Entschlackung …) kann man an eindeutigen Symptomen ablesen. Dieser Erfolg trat bei mir nach genau 40 Tagen ein!

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