Nicht…, sondern…

„So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung“ – Röm 13,10

(Predigt) „… Das Gesetz, die 10 Gebote Gottes, sind bekanntlich negativ formuliert: Du sollst nicht töten, du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht begehren usw. Du sollst nicht … heißt es immer.

Manche haben sich schon eingebildet, sie könnten das von ihrem Leben sagen: Ich habe noch nie jemand etwas zuleid getan. Manche haben es von Angehörigen behauptet, wenn sie gestorben sind beispielsweise: So ein guter Mensch; er hat keinem etwas zuleid getan. Selbst wenn es zutreffen würde – was ehrlich gesagt, doch sehr unwahrscheinlich ist –, gefragt ist nicht bloß das Böse, das wir nicht getan, sondern das Gute, das wir füreinander getan haben. ‚Wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt.’ Liebe ist mehr als Unterlassen von Bösem. Liebe ist aktiver Einsatz für den andern. Wie es beispielsweise in der Erklärung Luthers zum 5. Gebot, ‚du sollst nicht töten’ ausdrücklich heißt: ‚Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unserem Nächsten an Leib und Leben keinen Schaden noch Leid tun, sondern ihm helfen und ihn fördern in allen Leibesnöten.’

Die Liebe fragt, was wir für unseren Nächsten tun können, damit es ihm gut geht. Jetzt in der Adventszeit ist das wieder besonders dran. Wir fragen uns, womit wir einander eine Freude machen können zum Fest der Liebe, wir denken uns etwas Liebes für den anderen aus. Etwas Liebes – das ist nun, in der Gemeinschaft mit Jesus Christus, der richtige Weg, nicht nur an Weihnachten, auch sonst. Es ist der richtige Weg auch gegenüber Menschen, die uns nicht so liegen; auch gegenüber Menschen, die es uns vielleicht schwer gemacht haben. Lassen wir uns von der Liebe bestimmen, von jener Liebe, die von Jesus Christus herkommt, die keine Unterschiede macht, ja, die sich gerade auch denen zuwendet, die nicht liebenswert erscheinen. Wo Liebe waltet, unterbleibt das Böse, zu dem es nach Gottes Gebot nicht kommen soll, ganz von alleine. Denn das ist ja klar: ‚Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses.’ Sie kann es einfach nicht; es wäre ein Widerspruch in sich selbst. ‚So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung’ …“

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