Fürbitte

„Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater …“ – Eph 3,14

(Predigt) „… Was halten wir davon, vom Gebet überhaupt, vom Gebet für andere im besonderen? Was halten wir davon, dass Frauen oder sogar Männer ihre Knie beugen und Gott in kindlicher Art als Vater anrufen? Haben wir jemand, wissen wir von Menschen, die für uns beten?

In der zurückliegenden Woche machte ich einen Geburtstagsbesuch bei einer 87jährigen. Im Verlauf des Gesprächs sagte sie zu mir: Herr Miller, jetzt muss ich Ihnen doch etwas erzählen. Wissen Sie, ich habe mir schon allerlei gefallen lassen müssen wegen meines Glaubens, gerade auch unter meinen Jahrgangsgenossen, allerlei Spott und spitze Bemerkungen. Aber ich bin doch so dankbar, dass ich glauben kann. Und man muss sich doch auch dazu bekennen. Eines Tages, so erzählte sie, besuchte ich wieder einmal einen Schulkameraden. ‚Bist du immer noch so fromm?’ wollte er mit dem üblichen leicht verächtlichen Unterton wissen. ‚Was heißt fromm?’ antwortete ich ihm. ‚Ich habe einen festen Glauben, und ich bin gewöhnt zu beten.’ Auf einmal fragte er: ‚Betest du etwa auch für mich?’ Ich sagte wahrheitsgemäß: ‚Du glaubst gar nicht, wie oft ich dich mit deinen Problemen schon vor den Heiland gebracht habe.’ Er winkte zunächst nur ab und sagte, ihm sei doch nicht mehr zu helfen. Aber als ich dann am Gehen war, fragte er zaghaft: ‚Betest du weiter für mich? Es wäre mir sehr recht. Bitte vergiss es nicht.’

Soweit die Erzählung dieser Frau, einer Christin aus meiner Gemeinde. Ja, hinter dem Spott der Leute verbirgt sich oft der heimliche Wunsch: ach, wenn es doch auch für mich wahr wäre – das mit Gott, das mit seiner Liebe, mit seinem Erbarmen, mit seiner heilenden und rettenden Macht, kurz: das mit Jesus Christus. Hinter dem Spott der Leute verbirgt sich oft eine tiefe Sehnsucht nach der Hilfe, nach dem Heil von oben. …“

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