Nach sechs Tagen…

„Nach sechs Tagen …“ – Matth 17,1ff

Mit seiner Verklärung öffnet Jesus seinen Jüngern die Augen für seine sonst verborgene Herrlichkeit und Hoheit. Er tut dies, nachdem er ihnen soeben sein bevorstehendes Leiden und Sterben angekündigt hat.

Zu Beginn heißt es ausdrücklich: „Nach sechs Tagen …“.

Könnte darin ein Hinweis gesehen werden, dass den Christen aller Zeiten nach jeweils sechs Werktagen des oft mühsamen Glaubensweges jeweils am Sonntag in den „schönen Gottesdiensten des Herrn“ (Ps 27,4) die Herrlichkeit ihres Herrn vor Augen treten kann und sie dadurch zum Weitergehen des Weges in der Nachfolge Jesu ermutigt werden?

(Predigt) „… Es ist freilich eine ganz besondere Sonntagserfahrung mit Jesus, die unsere Geschichte bezeugt. Nicht einmal alle Jünger waren dabei. Aber ein Stück weit ist seither jeder Sonntag, den die Christenheit begeht, von dieser Sonntagserfahrung geprägt. Der Sonntag ist ja der wöchentlich Tag der ‚seelischen Erhebung’, so formuliert es unsere Feiertagsgesetzgebung. Dieses Element der Erhebung finden wir in unserer Geschichte geradezu wörtlich vor: ‚Jesus führte die Jünger auf einen sehr hohen Berg’. …

Aber was macht nun die sonntägliche Erhebung mit Jesus eigentlich aus? Die Art und Weise, wie er uns da begegnet: als der Verklärte. … … Es kommt zu einer geistlichen Gipfelkonferenz. Sie rückt uns Jesus vollends ins rechte Licht: Mose vertritt das Gesetz, Elia die Propheten. Es sind die höchsten Repräsentanten der bisherigen Heilsgeschichte. Und wenn Jesus sich nun mit ihnen bespricht, dann ist er es, der diese Heilsgeschichte auf höchster Ebene weiter- und zum Ziel führt…“.

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