Kommen, wie wir sind?

„Da ging der König hinein, sich die Gäste anzusehen, und sah da einen Menschen, der hatte kein hochzeitliches Gewand an …“ – Matth 22,11

(Predigt, Abendmahl) „… ‚Du bist ihm recht, wer du auch seist.’ Was ist, wenn daraus wird: ‚Du kannst kommen, wie du bist’? Einerseits ist auch diese Aussage richtig. Die Menschen von den Straßen im Gleichnis kommen, wie sie sind. Aber, so darf man annehmen, im Eingangsbereich des Schlosses wird ihnen, die möglicherweise über keine eigene Feier-Kleidung verfügen, aus der königlichen Kleiderkammer eine festliche Garderobe gereicht, und es wird erwartet, dass sie diese Garderobe anlegen. So ehren sie den König und Gastgeber, indem sie selber ehrenhaft erscheinen. So achten sie seine Hoheit. Im Schlussteil des Gleichnisses schildert Jesus, wie der König mit dem verfährt, den er ohne hochzeitliches Gewand antrifft. Der Mensch wird in die Finsternis hinausgeworfen. Er hat nichts mehr zu lachen.

Liebe Gemeinde, im Eingangsteil unseres Gottesdienstes waren wir aufgefordert, unsere Sünden zu bekennen und die Gnade Gottes für uns in Anspruch zunehmen. Da konnten wir uns – um mit dem Gleichnis Jesu zu reden – das hochzeitliche Gewand reichen lassen und es anlegen, und wir können es auch jetzt noch. ‚Christi Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid, damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn.’ Eine wichtige, ja, wirklich, eine entscheidende Sache! In diesem Sinn gilt dann doch auch das andere: Wir können nicht einfach kommen, wie wir sind und bleiben, wie wir sind; in unseren schlechten Klamotten, mit allem Dreck, der daranhängt. Und es ist ja nur natürlich und normal, wenn auch wir von uns aus da schön, blitzsauber und ehrenhaft erscheinen wollen. Gott selber macht es möglich. Lassen wir uns hineinnehmen in die Verbundenheit mit Jesus Christus. So ist dafür gesorgt, dass wir neu eingekleidet dastehen, ‚gezieret und gesticket mit Heil, Gerechtigkeit’, wie es im Lied heißt. …“

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