Anonyme Alkoholiker

„… seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch angeboten wird in der Offenbarung Jesu Christi“ – 1 Petr. 1,13

(Predigt) „… Der Apostel empfiehlt uns an dieser Stelle aber Nüchternheit und sagt uns, worauf wir realisti­scher­weise unsere Hoffnung setzen.
In unserer Gesellschaft gibt es immer mehr suchtkranke Men­schen. Sie sind ein sprechendes Beispiel dafür, wie hoffnungslos die Lage bei uns Menschen werden kann und zugleich dafür, welche falschen Hoffnungen sich der Mensch auch in einer sol­chen Lage noch macht. Alkoholiker z.B. bilden sich ein, sie seien immer noch Herr der Lage und könnten jederzeit frei über ihre Lebensführung entscheiden. In einer Fibel der anonymen Alko­holiker, einer Selbsthilfegruppe für Alkoholkranke, die trocken geworden sind, habe ich Erstaunliches gelesen, einen Rückblick auf die entscheidenden Schritte, die zu tun waren. Erster Schritt: ‚Wir gaben zu, dass wir dem Alkohol gegenüber machtlos sind und unser Leben nicht mehr meistern konnten.’ Das war die Ab­sage an trügerische Hoffnungen. Zweiter Schritt: ‚Wir kamen zu dem Glauben, dass eine Macht, größer als wir selbst, uns unsere geistige Gesundheit wiedergeben kann.’ Dritter Schritt: ‚Wir fassten den Entschluss, unseren Willen und unser Leben der Sorge Gottes anzuvertrauen.’ Vierter Schritt: ‚Wir machten eine gründliche und furchtlose Inventur in unserem Inneren.’ Fünfter Schritt: ‚Wir gaben Gott, uns selbst und einem anderen Men­schen gegenüber unverhüllt unsere Fehler zu.’ Usw.

Diese Schritte sind im Prinzip auf jeden anderen, auf jeden von uns anwendbar, denn wir alle leiden unter unguten Abhängigkeiten und Zwängen, mit denen wir von uns aus nicht fertig werden. Und nun brauchen wir dieser göttlichen Macht, die uns allein hel­fen kann und helfen wird, nur noch den richtigen Namen geben: es ist die Gnadenmacht Jesu Christi, die stärker ist all alles Böse und Dunkle in unserem Leben. Auf sie, auf sie allein sollen wir realistischerweise unsere Hoffnung setzen. Die Geschichte Got­tes mit dieser Welt läuft darauf zu, dass er, Jesus Christus, offen­bar wird und aus unserer Welt eine heile Welt macht, und schon jetzt können wir angerührt werden von seiner Kraft. Sola gratia – allein durch Gnade, das ist ja eines der großen Leitworte der Re­formation, aus gutem biblischen Grund! …“.

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