Geist-Leib/geistlicher Leib

„… Der Leib aber nicht der Hurerei, sondern dem Herrn, und der Herr dem Leibe“ – 1 Kor 6,13

(Predigt) „… ‚Der Körper ist letztlich wertlos’ redete man sich in Korinth im Anschluss an die griechische Philosophie ein; ‚er ist nur eine äußere stoffliche Hülle, nichts als ein Gefängnis der Seele. Er ist zur Vernichtung bestimmt und wenn er erst einmal vergeht, dann wird die Seele endlich frei. Dann beginnt das geistige, das eigentliche Sein.’

Deshalb schien es schließlich sogar gleichgültig, was man mit seinem Körper anstellte. Auch heute gibt es dieses Denken, die Hochachtung des Geistes und des Geistigen, die Geringschätzung des Körperlichen. Ganz anders die christliche Lehre. Dieser unser Leib ist dazu bestimmt, in der Auferstehung von den Toten erneuert und vollendet zu werden. Wir können deshalb auch recht drastisch von der Auferstehung des Fleisches sprechen. Darum heißt es beim Begräbnis mit den Worten des Apostels: ‚Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib’. Nicht ein Geist-Leib, wohlgemerkt, sondern ein geistlicher Leib, ein vom Hl. Geist durchwalteter Leib; ein Leib, der zwar verwandelt ist, aber nichts von seiner Leibhaftigkeit verloren hat. So ist also unser Leib etwas höchst Wertvolles, ein vollkommenes Wunder der Schöpfung, und unsere ganze Hoffnung richtet sich darauf, dass Gott seiner Schöpfung treu bleibt und sie gerade auch in diesem Punkt erneuern und vollenden wird.

Umso deutlicher wird damit nun aber, dass sich unsere Zugehörigkeit zum Herrn, zu Jesus Christus, auch und gerade auf die Gestaltung unseres leiblichen Lebens auswirken soll, auch und ganz besonders im geschlechtlichen Bereich. Was sich in diesem Bereich abspielt, betrifft unser leibliches Leben wie nichts sonst. Wir haben die erstaunlichen Aussagen des Apostels dazu noch im Ohr. Unsere Leiber sind Glieder Christi geworden; sollen daraus nun Hurenglieder werden? Das sei ferne. So viel steht beim Gang zur Hure auf dem Spiel! Oder die andere Aussage: ‚Alle Sünden, die der Mensch tut, bleiben außerhalb des Leibes; wer aber Hurerei treibt, der sündigt am eigenen Leib.’ Wie sagte man in Korinth: Unser eigentliches Sein bleibt davon unberührt; es sind rein körperliche Angelegenheiten. Die christliche Wahrheit lautet: Nichts berührt uns so sehr. Es geht um Leib und Leben! …“

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