Genießbar/Auflösung?

„Ihr seid das Salz der Erde“ – Matth 5,13

Salz dient dazu, Speisen genießbar zu machen, auch dazu, sie zu konservieren. Schon kleinste Mengen davon bewirken viel. Die Erde genießbar – für wen?

Zu denken ist m.E. etwa an den Fall Sodom und Gomorra, 1 Mose 18,16ff (Abrahams Fürbitte): Wenn auch nur 10 „Gerechte“ in dieser Stadt zu finden sind, bleibt sie für Gott noch „genießbar“. „Ich will sie nicht verderben um der zehn willen.“

Zu vergleichen ist auch, was der Gefangene Paulus im Seesturm auf der Reise nach Rom erlebt: „Diese Nacht trat zu mir der Engel des Gottes, dem ich gehöre und dem ich diene, und sprach: ‚Fürchte dich nicht, Paulus, du musst vor den Kaiser gestellt werden, und siehe, Gott hat dir alle geschenkt, die mit dir fahren’“ (Apg 27,24). Hier ist es ein einziger „Gerechter“, dem zweihundertfünfundsiebzig Menschen (27,37) auf dem Schiff ihr Überleben verdanken.

Ich habe Zeiten erlebt, in denen kirchenkritisch gesagt wurde: Salz löse sich doch in der Suppe auf und werde dann gar nicht mehr als solches wahrgenommen; so solle sich auch Kirche, sollten sich auch Christen in die Gesellschaft hinein auflösen und in der Gesellschaft aufgehen, wo sich dann ihre Salzkraft auswirken könne. Einerseits mag daran etwas Richtiges sein, aber andererseits liegt doch auch wieder alles daran, dass Kirche als solche in Erscheinung tritt, dass Christen als solche in Erscheinung treten, sich in vieler Hinsicht von der „Welt“ unterscheiden und ihr Licht leuchten lassen vor den Leuten (5,16). Das Konzept der Auflösung könnte, wie ich befürchte, auch dazu führen, dass das Salz „dumm“ wird (5,13) und zu nichts mehr nütze ist.

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