Bedrohlich

„ …Meint ihr, dass diese Galiläer mehr gesündigt haben als alle anderen Galiläer, weil sie das erlitten haben? Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkommen.“ – Lk 13,2f

(Predigt) „… Mich persönlich erinnert das an eine schlimme Nachricht, die ich vor etwa 3 Wochen aus einer meiner früheren Gemeinden erhielt. Einer der Hauptverantwortlichen dieser Kirchengemeinde, genau so alt wie ich, Vater von 6 Kindern, kam bei einem Verkehrsunfall, an dem er keinerlei Schuld hatte, ums Leben. Er war sofort tot. Ich gestehe, dass unter den vielerlei Gedanken, die mir durch den Kopf gingen, auch die Frage auftauchte, ob das Unglück über diesen Mann und seine Familie wohl aus irgend einem bestimmten Grund gekommen war. So zu denken, liegt uns offenbar nahe, gerade uns, die wir uns so oft mit Gott und seinem Regiment befassen.

Es ist absolut nichts damit, liebe Gemeinde! Aus dem Kopf schlagen sollten wir uns solche Gedanken. Nur uns selber sollten wir bei einem solchen Anlass fragen: Warum dürfen wir noch am Leben sein? Warum hat Gott uns bisher noch verschont? Hätten wir nicht längst schon dahingerafft werden müssen, längst vor jenen, die es nun getroffen hat? …

Die Buße, in die Jesus uns hineinnimmt, hat ja nichts mehr mit büßen zu tun, als hätten wir da nun für begangenes Unrecht zu bezahlen, als hätten wir da nun unsere Verfehlungen abzubüßen, als hätten wir da nun die verdiente Strafe zu verbüßen. Unter dem Gesetz dieser Welt ist das alles unumgänglich: Bußgeld bezahlen, Verfehlungen abbüßen, Strafen verbüßen.

Vor Gott sieht alles anders aus! Bezahlt hat er, Jesus, unser Herr, und zwar ‚nicht mit Gold oder Silber, sondern’ mit einem besseren, einzigartigen Zahlungsmittel, nämlich ‚mit seinem heiligen, teuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben’. ‚Die Strafe’, die uns drohte, ‚liegt auf ihm, … und durch seine Wunden sind wir geheilt’. Darum ist Buße tun für Menschen, die mit Jesus verbunden sind, nichts anderes als ein ‚Umkehren in die offenen Arme Gottes’ und damit ein ‚fröhliches Geschäft’, wie Luther sagt. …“

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