Testament

„… nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss …“ – Jer 31,12

(Predigt) „… Die biblische Botschaft bezeugt einen Bun­desschluss zwischen Gott und Menschen und dann sogar, wie wir gehört haben, zwei Bundesschlüs­se, einen alten und einen neuen. Das dürfte einmalig und einzigartig sein unter den religiösen Bot­schaften, die es in unserer Welt gibt. Wo und wann hätte man unter Menschen je gewagt, von Gott so etwas zu denken? Von Gott zu denken, dass er sich in dieser Weise auf Menschen und mit Men­schen einlässt? Wo und wann hätte man zu denken gewagt, dass Gott sich Menschen gegenüber bin­det, festlegt; dass er sich feierlich verpflichtet, unbegrenzt für sie dazusein, für ihr Wohl und Heil zu sorgen? …

Es war zur Zeit Moses, als Gott diesen ersten Bund mit Israel schloss. Er hatte sie, wie es hier so schön heißt, ‚bei der Hand genommen, um sie aus Ägyptenland zu führen.’ So ein Gott ist das. Er verbün­det sich mit den Menschen, um ihnen zu helfen, um sie herauszuretten. Und dann kam es damals in der Wüste am Berg Sinai zum feierlichen Bundesschluss. Es war wahrhaftig ein Bund besonderer Art, der da geschlossen wurde. Die Bundes-Partner brachten nicht dasselbe in diesen Bund ein, wie das sonst der Fall ist. Sie schlossen den Bund nicht miteinander. Es war sein Bund, den er, Gott, mit den Menschen schloss. Von Gott ging alles aus. Gott legte sich den Menschen gegenüber fest: ‚Ihr sollt mein Volk sein, und ich will euer Gott sein.’ Gott war einseitig der Gebende, der Sich-Bindende. Von daher ist es zu erklären, wenn wir völlig zu­recht schon diesen ersten Bund Gottes mit den Menschen als Testament bezeichnen, als das alte Te­stament. In einem Testament legt einer etwas fest zugunsten anderer.

Freilich, auch eine testamentarische Verfügung kann an Bedingungen geknüpft sein. Und so gab es dann tatsächlich etwas, etwas sehr Wesentliches sogar, was im Zuge dieses Bundesschlusses Sache der anderen Seite, Sache der Menschen war. Gott gab ihnen zugleich mit diesem Bundesschluss als gute Lebensordnung das Gesetz mit den 10 Geboten als Kern. ‚Ich bin der Herr, dein Gott; du sollst keine anderen Götter neben mir haben.’ Ungeteilte Gottesliebe und dann auch Liebe zum Nächsten wie zu sich selbst – diese Lebensordnung sollten sie als Gottes Volk einhalten….“.

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