Selbstverwirklichung du-bezogen

„So folgt nun Gottes Beispiel als die geliebten Kinder und lebt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat und hat sich selbst für uns gegeben als Gabe und Opfer“ – Eph 5,1f

(Predigt) „…Eine Volksweisheit über Erziehung besagt: Eltern können ihren Kindern sagen was sie wollen; die Kinder machen doch nur nach, was ihre Eltern ihnen vormachen. Genau das wird uns hier mit der Jahreslosung dringend ans Herz gelegt. … Ahmt euren himmlischen Vater nach, eifert ihm nach; lasst euch in eurer Lebensführung von der Liebe bestimmen. Entscheidet euch in eurem Alltag immer wieder gegen Bequemlichkeit und für Verantwortlichkeit, gegen Eigennutz und für das, was euren Nächsten nützt, gegen ichbezogene Selbstverwirklichung und für du-bezogene Selbstverwirklichung, gegen Egoismus und für Hingabe, gegen Genusssucht und für Opferbereitschaft, gegen Hass und für Versöhnlichkeit, gegen Rechthaberei und für Vergebung.

Es ist unmodern geworden, vom Opfer Christi zu reden, das uns erlöst. Es ist unmodern geworden, Menschen Opferbereitschaft zuzumuten, weil das angeblich der Selbstverwirklichung entgegensteht. Hat Christus sich etwa nicht selbst verwirklicht? Hat sein Opfergang ihn seiner Ich-Stärke beraubt? Die Art, wie er seien Weg gegangen ist und dann erst recht seine Auferstehung, seine Erhöhung, seine Herrlichkeit sprechen eine andere Sprache. So ist und bleibt die opferbereite Liebe auch das Markenzeichen der christlichen Gemeinde, und man kann nur hoffen, dass Christen damit auch heute Salz und Licht sind und hineinwirken können in eine Gesellschaft, die sich zwar sozial gibt, in Wirklichkeit zunehmend der Lieblosigkeit verfällt. …“

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