Es muss so weit kommen

„Da Gott seinen Zorn erzeigen und seine Macht kundtun wollte, hat er mit großer Geduld ertragen die Gefäße des Zorns, die zum Verderben bestimmt waren, damit er den Reichtum seiner Herrlichkeit kundtue an den Gefäßen der Barmherzigkeit, die er zuvor bereitet hatte zur Herrlichkeit“ – Röm 9,22f

(Predigt) „…’Gefäße des Zorns’ – hier durchzuckt uns noch einmal ein tiefes Er­schrecken. Ja, Gott will als Gegenstück zu seinem Erbarmen auch seinen Zorn erzeigen, mit dem er denen begegnet, die ihm widerstehen. Und so gipfelt die Erkenntnis der Dinge vor Gott schließlich in der Aussage, dass Gott die Gefäße des Zorns mit großer Geduld, wörtlich: mit viel Langmut ertragen hat. Er hat einen Pharao gewähren lassen, immer wieder von neuem durfte dieser dem flehenden Mose sein Nein entge­genschmettern. Wer weiß, wieviel Jahre dahingingen, Jahre schlimmster Bedrängnis für Israel, bis schließlich die 10. und letzte Plage eintraf und die Wende brachte. Wozu dieses Langmut mit einem Gefäß des Zorns?

Dasselbe konnten Gotteskinder fragen, die Jahre und Jahrzehnte unter dem Terror atheistischer Machthaber litten. Dasselbe können wir fragen im Blick auf alle, die Jesus und seine Sendung bekämpfen und nicht eher ruhen, bis sie ihn ans Kreuz gebracht haben. Wozu diese Lang­mut Gottes mit Gefäßen des Zorns? Antwort: ‚Damit er den Reichtum seiner Herrlichkeit kundtue an den Gefäßen der Barm­herzigkeit.’

War’s nicht tatsächlich ein Reichtum an Herrlichkeit Gottes, den Israel erfuhr, als es aus der Gewalt dieses Pharao befreit wurde, der so lange widerstand? Erst so, nach dieser Geduldszeit Gottes mit dem Gefäß des Zorns, kam es richtig heraus, wie herrlich er zu han­deln vermag an denen, über die er sich erbarmt hat. Ist’s nicht tatsächlich ein Reichtum an Herrlichkeit Gottes, den wir, die Gemeinde der Christen erfahren durch den auferstandenen Herrn, eben durch den, gegen den sie mit aller Macht gewütet haben? Erst dadurch, dass Gott es so weit kommen ließ und immer wieder lässt: bis zum Kreuz, kommt es richtig heraus, welchen Reichtum an Herrlich­keit er denen gibt, über die er sich in freier Gnadenwahl erbarmt hat, und die er in seinem unergründlichen Erbarmen nicht nur aus den Juden, sondern nun auch aus den Heiden beruft. Gott sei Lob und Dank! …“

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