Massa perditionis

“Denn es ist hier kein Unterschied: sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten“ – Röm 3,12

(Predigt) „… Paulus muss sagen: ‚Es ist hier kein Unterschied: Sie sind allesamt Sünder’, also der gesetzestreue Jude wie der Heide, der Fromme wie der Gottlose, der Mönch im Kloster wie der Verbrecher im Gefängnis. Natürlich gibt es Unterschiede. Aber im Sündersein gehören wir doch unterschiedslos alle zusammen zu einer „massa perditionis“, wie man schon gesagt hat, zu einer Masse der Verderbtheit. Auch der Frömmste muss sich fragen: auch wenn es bei mir nicht so oft zu groben Sünden kommt – was ist mit diesen bösen Regungen, die ich nicht unterdrücken kann? Was ist zum Beispiel, wenn ich unwillkürlich Schadenfreude empfinde oder wenn ich einem andern sein Glück nicht gönne – tun sich da nicht immer wieder Abgründe in meinem Herzen auf? Was ist, wenn ich mir jene guten Werke, mit denen ich es recht machen will, abringen muss und sie eben nicht selbstverständlich, nicht aus vollem Herzen tue, nicht rein um Gottes und um meines Nächsten willen, sondern immer zugleich mit Berechnung, immer so, dass ich dabei letztlich doch nur an mich denke? Was sagt wohl das Gesetz, Gottes Gesetz dazu? Und wenn Gott gerecht sein will, dann muss er ja wohl das Gesetz, sein heiliges Gesetz geltend machen oder? …“

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