Engel/Jesus

Jakobs Traum – 1 Mose 28,10ff

(Predigt) „… In welcher Lage erlebt Jakob seinen tollen Traum? Jakob hat alles daran gesetzt, den Segen seines Vaters Isaak und damit auch den Segen des Himmels zu erlangen. Vor allem auch seine Mutter Rebekka hat ihm das in den Kopf gesetzt: Er sollte um jeden Peis der Gesegnete sein und nicht sein Bruder Esau. Schließlich hatte Gott selber es der Mutter schon vor der Geburt der Zwillings-Brüder so offenbart. Und sie haben es geschafft, mit List und Tücke. Wir kennen diese atemberaubende Ge­schichte voller Lug und Trug: wie der altersschwache, blinde Vater Isaak getäuscht wird und dann tatsächlich Jakob segnet statt Esau. Die Bibel ist hier merkwürdig großzügig. Kein Wort von Unrecht oder Sünde. Nur von einem listigen Vorgehen ist die Rede, fast möchte man meinen: von einem gekonnt listigen Vorgehen.

Und nun ist Jakob also tatsächlich der Gesegnete. Aber, was vor ihm liegt, sieht gar nicht nach Segen aus, im Gegenteil. Er muss fliehen, denn sein Bruder Esau hasst ihn nun vollends und will ihn totschlagen. Er muss alles zurücklassen und versuchen, sich nach Mesopotamien durchzuschlagen und bei den Verwand­ten dort unterzukommen. Als es Abend wird an diesem ersten Tag seiner Flucht, geht mit der Sonne ganz offensichtlich auch die Sonne des Glücks für ihn unter. … Gerade in dieser dunklen Stunde hat Jakob nun dieses traumhafte Gotteser­lebnis

Auch uns gewährt Gott Gotteserlebnisse im Verborgenen von dieser Art, Gnadenstunden am Anfang unbekannter Wege, Gnadenstunden wie im Traum. Ja, im Hören auf diese wunder­bare Geschichte von Jakob kann es geschehen, dass sich hier und jetzt, wie wir hier versammelt sind, der Himmel auftut, minde­stens so wie für Jakob. Zu ihm stiegen die Engel Gottes herab. Zu uns ist sogar der Sohn Gottes herabgestiegen voller Gnade und Wahrheit, und er hat Gemeinschaft zwischen Gott und uns hergestellt, er hat uns für immer mit Gott verbunden. Auch uns, die wir als Christen immer wieder zu Fremdlingen werden in dieser Welt, sagt Gott Lebensraum zu. Auch uns, die wir uns als Christen immer wieder vereinsamt und vereinzelt vorkommen, verheißt Gott, dass wir so zahlreich werden wie der Staub der Erde – geistliche Nachkommenschaft. Auch uns setzt Gott zum Segen für andere. Auch uns sagt Gott ganz persönlich zu: Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst, deinen Ausgang in die Fremde, ins Ungewisse hinaus, und deinen Eingang, wenn ich dich dann endlich nach Hause bringen werde. Und nun können wir unsere Wege gehen als Menschen, die Heilsgewissheit haben. …“

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