Ausrufer

„Er wird nicht schreien noch rufen, und seine Stimme wird man nicht hören auf den Gassen“ – Jes 42,2

(Predigt) „… Wir sehen, wie passgenau alle diese Aussagen bei Jesaja auf Jesus hinzielen. … Bei dieser Aussage denken wir wohl zu Recht an die Ausrufer, die früher durch die Orte gegangen sind, um amtliche Verordnungen bekanntzuma­chen. Eine laute Angelegenheit. Eine Angelegenheit, bei der man je nach dem auch die Macht der Herrschenden und die Strenge des Gesetzes zu spüren bekam. Wie viele mögen bei solchen Verlautbarungen schon ins Zittern gekommen sein, z.B. bei uns in der Hitlerzeit. Ähnliches wäre eigentlich zu erwarten, wenn Gott sein Recht verkündigen lässt. Wer sollte es da nicht mit der Angst zu tun bekommen? Wer kann diesem Recht genügen?

Aber gerade so ist es bei dem Knecht Gottes nicht. Wenn er kommt, wenn er das Gottesrecht bringt und das Reich Gottes proklamiert, braucht niemand zu zittern. Wenn man das ernst nimmt, was hier steht, wird er gar keine Verordnungen ausrufen, keine Forderungen stellen und keine Strafen ankündigen. Und tatsächlich, genau so ist es, wenn Jesus zu uns kommt. Er sucht nicht das Seine. Er kommt nicht als Richter und Vollstrecker. Er kommt in aller Stille, in aller Verborgenheit, in der Knechtsge­stalt, um so das Größte an uns und unter uns zu tun für Gottes Reich….“

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