Seelsorge

„Der Herr aber sprach: Wer ist denn der treue und kluge Verwalter, den der Herr über seine Leute setzte, damit er ihnen zur rechten Zeit gibt, was ihnen zusteht?“ – Lk 12,42

(Predigt) „… Im Gleichnis Jesu geht es ganz einfach und direkt darum, dass die Leute in Haus und Hof während der Abwesenheit ihres Herrn zur rechten Zeit zu essen bekommen, dass sie auch sonst versorgt sind. Dafür ist der Verwalter zuständig. Und das ist nun auf alle zu übertragen, denen der Herr der Kirche für seine Leute Verantwortung übertragen hat. Unter dem Stichwort ‚Versorgung’ kann uns, denke ich, vor allem das Wort Seelsorge einfallen, und darum geht es in der Kirche ja wohl immer wieder ganz zentral.

Seelsorge – das ist der Kern des Auftrags, den der Herr der Kirche im Gedanken an seine Leute hinterlassen hat. Seelsorge in einem ganz weiten Sinn: der ganze Mensch ist im Blick, auch in seinem körperlichen Ergehen, aber doch so, dass wir nicht an der Oberfläche bleiben, sondern nach seiner Seele fragen, danach, wie es ihm innerlich ergeht und ihm da die nötige Versorgung im Sinn des Herrn zukommen lassen. Und dafür gibt es nun solche Seelsorger, die von Amts wegen dazu bestimmt sind, wie beispielsweise uns Pfarrer. … Aber wie oft fällt auch Ihnen als Gemeindegliedern seelsorgerliche Verantwortung für andere zu. Sie bekommen doch oft die Nöte ganz unmittelbar mit und sehen sich dann in die Pflicht genommen. Beispielsweise dies, dass in Ihrer Nachbarschaft zwei nicht mehr miteinander können und schrecklich darunter leiden; und Ihnen wurde diese Not anvertraut.

Der Herr der Kirche hat uns beauftragt, in solchen und anderen Fällen Seelsorge in seinem Sinn zu üben und die Menschen nicht darben zu lassen. Versorgt sie mit dem, was sie brauchen, damit sie ihren Weg als Christen gehen können. Stärkt sie aus dem Evangelium beispielsweise dazu, dass sie einen Konflikt bereinigen und wieder gut und froh miteinander sein können. Kümmert euch um die Kranken. Tut ihnen die nötigen Handreichungen. Gebt ihnen auch die geistliche Wegzehrung, die sie in ihren Anfechtungen brauchen, den Zuspruch des Evangeliums, die Ermutigung im Namen Jesu. Das Gleiche gilt für Trauernde – heute am Totensonntag werden sie uns besonders ans Herz gelegt. Versorgt sie so, dass sie ihren Weg getrost weitergehen und die dunklen Zweifel überwinden können. …“

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