Rumänien damals

„Da ging einer von den Zwölfen … hin zu den Hohenpriestern und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verraten“ – Matth 26,14f

(Predigt) „… Vor Jahren machte ich einmal zusammen mit einem Freund eine besondere Reise, eine Reise nach Rumänien. Es war in der Zeit, als es den eisernen Vorhang noch gab, den Ostblock mit seinem schrecklichen ideologischen Druck, mit seinem fanatischen Atheismus, der sich vor allem gegen die Christen richtete. In der Sowjetunion stand es beispielsweise unter Strafe, die eigenen Kinder zu Hause im christlichen Glauben zu unterrichten. Auch in Rumänien war es gefährlich, Christ zu sein. Noch gefährlicher war es, in irgendeiner Weise missionarisch tätig zu sein. Trotzdem gab es christliches Leben, gab es Gemeinden und Kirchen in diesem Ostblock; z.T. formierten sich die Christen in Untergrundkirchen. Trotzdem konnten die Christen nicht anders, als das Evangelium von der rettenden Gnade Gottes weiterzugeben. Auch in Rumänien war das so. Aber die Bibeln gingen ihnen aus; christliche Literatur fehlte. Damals machte ich diese Reise zusammen mit meinem Freund im Auftrag des Missionsbundes Licht im Osten in Korntal. Das Werk ist heute noch von Korntal aus tätig. In einem Camping-Bus mit doppeltem Boden und vielerlei sonstigen Verstecken transportierten wir Bibeln und christliche Literatur unter teilweise abenteuerlichen Umständen nach Rumänien.

Dabei lernten wir dort auch einige christliche Gruppen kennen und waren mit ihnen zusammen. Sie erzählten von ihren Erfahrungen; dazu gehörten schöne, aber auch schlimme. Eine besonders schlimme Erfahrung deckt sich mit dem, was im heutigen Abschnitt der Leidensgeschichte Jesu berichtet wird. Wiederholt war es vorgekommen, so erzählten diese Menschen, dass Gemeindeglieder, die bisher zum Kern ihrer Glaubensgemeinschaft gehört hatten, plötzlich auf der anderen Seite standen. Sie gaben Namen und Versammlungsorte preis. Sie waren zu Verrätern geworden. …“

Anmerkung: Der Verrat des Judas und die Verleugnung des Petrus sind klar von einander zu unterscheiden und durchaus unterschiedlich zu gewichten. Gelegentlich habe ich mich über Kollegen gewundert, die da keinen Unterschied sahen und machten.

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