Korntal, Fellbach, S-Weilimdorf

„… so dass ihr ein Vorbild geworden seid für alle Gläubigen in Mazedonien und Achaja …“ – 1 Thess 1,7

(Predigt) „… Kennen wir das auch noch heute, in unserer Zeit: Gemeinden, die in aller Munde sind; Orte, an denen Gott besonders deutlich un­ter den Menschen wirkt? Für uns in Weilimdorf liegt es nahe, beispielsweise an Korntal zu denken: das ‚heilige’ Korntal, wie man sagte und noch sagt. Oder an Fellbach, das ‚fromme’ Fell­bach, das ebenfalls einen guten Namen hat im ganzen Land. Oder an Gerlingen, das bekannt geworden ist für seine Afrikamissiona­re. Oder an Möttlingen, Bad Boll, Aidlingen, Liebenzell usw. Al­so tatsächlich: das gibt’s auch noch heute! Und wie stellen wir uns dazu? Wir sagen mit Paulus: Gott sei Dank gibt es solche Gemeinden! Gott sei Dank gibt es die Korntaler Brüdergemeinde und den Korntaler CVJM, die jetzt zum Beispiel 2 Wochen lang Zelttage veranstalten. Wir sagen es neidlos. Wir lassen uns nicht dazu verleiten, über unsere eigene Gemeinde zu jammern und zu klagen, weil sie nicht in aller Munde ist und nicht so viel Aus­strahlung hat. Wir halten es schon gar nicht mit denen, die Korntaler oder Fellbacher oder Fromme anderen Orts verächtlich machen. Und wir halten es auch in dem Punkt mit Paulus, dass es offenbar nicht oder jedenfalls keineswegs nur an den führenden Persönlichkeiten liegt, wie eine Gemeinde dasteht, sondern an der Gemeinde im ganzen, an allen miteinander, wie sie ihren Weg gehen.

Doch lassen wir uns nun noch zeigen, wofür im einzelnen zu danken ist. Lassen wir uns zeigen, was davon auch unter uns durchaus vorhanden ist. Lassen wir uns zeigen, was vielleicht noch werden kann.

Als erstes werden hier genannt die drei christlichen Haupt-Tu­genden, Kardinaltugenden, die in der Gemeinde gelebt werden. Welche sind’s? Glaube, Liebe und Hoffnung. Interessanterweise fügt Paulus jedes Mal noch etwas zur Verdeutlichung hinzu. Er spricht vom Werk des Glaubens, von der Mühe der Liebe und von der Geduld der Hoffnung. Wenn wir von Gemeindegliedern Abschied nehmen müssen und beim Begräbnis ihren Lebensweg noch einmal in den Blick nehmen, dann kommt oft ans Licht, wie stark ein Christenleben von diesen Tugenden geprägt war, ja, auch unter uns hier in Weilimdorf, so, dass man Gott nur noch danken kann. Ich denke etwa an unseren Karl Weingart, der am Donnerstag beerdigt wurde, dessen Begräbnis viele von uns be­wegt hat. ‚Werk des Glaubens’ – dazu gehörte bei ihm zum Bei­spiel, dass er es 1934 auf sich nahm, wegen seines Engagements in der Kirche aus dem Staatsdienst entfernt zu werden. Glaube wurde zur Tat, verwirklichte sich im Werk. ‚Mühe der Liebe’ – immer wieder mühte er sich buchstäblich um Mitmenschen und blieb ihnen in ihren Schwierigkeiten zugewandt; auch die Liebe zu seiner über Jahrzehnte hinweg schwerkranken Frau brachte sicherlich manche Mühe mit sich. Die christliche Liebe scheut die Mühe nicht, sie verwirklicht sich darin, in der ‚Liebesmühe’, wie wir sagen. ‚Geduld der Hoffnung’ – für alle, die es gelesen oder gehört haben, war das Bibelwort so eindrücklich, das er selber für sein Begräbnis ausgesucht hatte: ‚Ich will schauen dein An­gesicht in Gerechtigkeit; ich will satt werden, wenn ich erwache, an deinem Bilde.’ Da drückt sich eine starke, geradezu unbän­dige Hoffnung aus, die Hoffnung auf den Herrn Jesus Christus und sein endgültiges Kommen, die Hoffnung auf umfassendes Heil in der kommenden Welt Gottes; und diese Hoffnung ver­wirklicht sich dann in der Geduld, in der Christenmenschen die Belastungen dieser Zeit und Welt tragen. Werk des Glaubens, Mühe der Liebe, Geduld der Hoffnung – ich bin sicher, auch in unseren Weilimdorfer Gemeinden gibt es da auch sonst sehr viel Erstaunli­ches, wofür wir Gott nur danken können. …“

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