Unauslotbar

„O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes. Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege“ – Röm 11,33

(Predigt) „… Nicht etwa: Wie unbegreiflich schwer und schrecklich, sondern wie unbegreiflich geheimnisvoll und wunderbar! So unbegreiflich geheimnisvoll und wunderbar, dass wir nur noch mit einem staunenden ‚O’ darauf antworten können. …

Paulus hat Einblick bekommen in die Geheimnisse in bezug auf Israel: Die Wurzel, der Kern der Kirche ist und bleibt jüdisch, mit Jesus selbst, mit jener ersten Gemeinde in Jerusalem, mit den jüdischen Christen bis heute, auch wenn es zeitweise sehr wenige sind. Diese Präsenz eines Restes von jesusgläubigen Juden in der christlichen Kirche ist ein sehr bedeutsames und vielversprechendes Zeichen, das für ganz Israel hoffen lässt (vgl. Röm 11,1-5, 16).

Das derzeitige Nein des übrigen Israel zu Jesus ist ein Unglück. Aber Gott hat auch dieses Nein in seinen Heilsplan eingebaut, er hat es zum Glücksfall für die Heidenvölker gemacht. Israel muss nun sogar von Gott aus bis auf weiteres verstockt bleiben, damit an Stelle Israels die Heiden Anteil am Evangelium bekommen, ihr Heil bei Jesus Christus finden. Schließlich und endlich, wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, wird Gott die Verstockung, die auf dem jüdischen Volk liegt, wegnehmen, und dann wird ganz Israel gerettet werden, dann wird auch ganz Israel doch noch zu seinem Messias Jesus finden. …

Ja, ein solcher Reichtum an Mitteln und Wegen, der Welt zum Heil zu verhelfen – unauslotbar tief; eine solche Weisheit, zusammenzusehen und zusammenzubringen, was scheinbar hoffnungslos auseinandergelaufen ist; eine solche Erkenntnis, wie alle Linien trotz schwerster Abirrungen der Menschen auf das große Ziel zulaufen können – das ist alles für uns nicht mehr zu fassen. Wir sind Stümper, wir haben alle keine Ahnung davon, wie Gott unsere verworrene Welt in seiner Liebe ansieht; wir haben keine Ahnung davon, wie er es anstellt, welche Wege und Umwege er geht, damit doch noch alles gut werden kann; wir haben keine Ahnung davon, in welchem Maß sich Gott darauf verlegt hat, sich uns zu schenken. …“

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