Glaube tathaft

„… so ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber“ – Jak 2,17

Die Werke, von denen im Jakobusbrief die Rede ist, sind von den „Werken des Gesetzes“ (Röm 3,28; 4,2ff; 9,32 usw.) zu unterscheiden. Mit diesen Werken des Gesetzes, die in den Paulusbriefen immer wieder thematisiert werden, sucht der Mensch seine eigene Gerechtigkeit vor Gott aufzurichten (Röm 10,3) und so zum Heil zu gelangen, anstatt sein Heil im Glauben zu suchen.

Im Gegensatz dazu ist auch im Jakobusbrief der Glaube für das Heil das Menschen ausschlaggebend. Aber es muss ein tathafter Glaube sein, ein Glaube, der sich in Taten ausdrückt und auswirkt – darauf liegt im Jakobusbrief der Akzent. (Vgl. Gal 5,6: „der Glaube, der durch die Liebe tätig ist“.) Als klassisches Beispiel führt Jakobus den Opfergang Abrahams mit seinem Sohn Isaak an. Abraham ist in der Tat der „Vater … aller, die glauben“ (Röm 4,11); er hat sein Vertrauen auf den Gott gesetzt, „der die Toten lebendig macht und ruft das, was nicht ist, dass es sei“; nichts anderes als diesen Glauben hat er in die Tat umgesetzt, indem er jenen schweren Gang antrat, mit dem Gott – wie sich dann herausstellte – seinen Glauben auf die Probe stellte.

Weitere Beispiele zu tathaftem Glauben: s.o. unter „Sorget nicht …“

Fazit: Einen Gegensatz zwischen Paulus und Jakobus bezüglich des Themas Glaube und Werke kann ich nicht erkennen.

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