Hobby-Astrologe

„ … weder Engel noch Mächte noch Gewalten… “ – Röm 8,38f

Meine erste ständige Pfarrstelle hatte ich in Schlaitdorf und Altenriet, Dekanat Nürtingen. Ich besuchte einen neuzugezogenen Mann. Es stellte sich heraus, dass er Hobby-Astrologe war und Menschen bzgl. Urlaubsterminen, Geschäftsabschlüssen usw. beriet. Er erzählte mir eindrückliche Geschichten sowohl von Menschen, die sich an seine Prognosen und Ratschläge gehalten hatten und damit gut gefahren waren als auch von solchen, die gegen seine Ratschläge agiert hatten und dann in allerlei Unglück geraten waren. Er sagte dann auch, er könne mir, nachdem er mich nun etwas kennen gelernt habe, auf den Kopf zusagen, in welchem Sternzeichen ich geboren sei. Es stimmte.

Bemerkenswert finde ich, dass die Bibel – z.B. an der angegebenen Stelle – die Existenz und wohl auch den Einfluss von „Mächten und Gewalten“ zwischen Himmel und Erde nicht bestreitet. Aber wie sehr sie sich auch gebärden mögen, zu unserem Schaden oder Nutzen – von der „Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn“ können sie uns nicht scheiden; das ist die entscheidende Aussage. Laut Kol 1,15ff (Christus-Hymnus) steht Christus gerade auch ihnen vor bzw. umgreift sie mit seiner Herrschaft von Anbeginn der Schöpfung an: „In ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen“ (1,16), d.h. alles muss letztlich Christus und der Zielsetzung seiner Heilsherrschaft dienen.

Jenem Gemeindeglied und Hobby-Astrologen sagte ich demgemäß, dass ich einerseits seinen Respekt vor den Gestirnmächten verstehe, andererseits aber um keinen Preis mich solchen oder anderen Mächten unterwerfen und so die Freiheit, die ich unabhängig von Widerfahrnissen aller Art in und mit Christus als meinem Herrn habe, aufgeben möchte.

(Predigt) „… Ich werde mich hüten, mich unter das Gesetz irgendwelcher Mächte zwischen Himmel und Erde zu begeben und mir von ihnen vorschreiben zu lassen, was ich wann tun kann oder besser unterlasse. Ich bin dem Herrn aller Herren zu eigen. Ich weiß, dass ich durch ihn, Jesus Christus, bei Gott in Gnaden bin, ein- für allemal, und deshalb kein Unglück mehr fürchten muss. Wenn mir dann dieses oder jenes zustößt, ein Unfall, eine Schwierigkeit, ein Misserfolg, dann ist Christus auch darin der Herr; nichts geschieht mehr ohne seinen Willen; und im Glauben an ihn bin ich so frei zu behaupten, auch das müsse mir dann zum Besten dienen …“.

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