Wunder/Wunden

„… Und er gebot ihnen, sie sollten’s niemandem sagen …“ – Mk 7,36

(Predigt) „..Warum? Antwort: Solche Heilungswunder durch Jesus sind jetzt noch die Ausnahme, auch wenn es viele sind. Es sind Zeichen-Handlungen, mit denen Jesus vorausweist auf das, was einmal sein wird. Gewiss ist er der Arzt, der gerade auch diesen armen Geschöpfen, den Taubstummen, zur vollen Gesundheit verhilft. Aber er ist es auf Grund einer anderen Tat, die er erst noch zu vollbringen hat: Das ist der Weg, auf dem man ihm den mächtigen Wunderheiler gar nicht mehr ansieht, das ist sein Gang ins Leiden, sein Opfergang ans Kreuz. Darauf will Jesus uns vorbereiten.

Jesus konnte und kann nicht verhindern, dass man lieber von seinen Wundern spricht als von seinen Wunden – um es einmal so zu sagen. ‚Je mehr er’s aber verbot, desto mehr breiteten sie es aus.’ Und ganz verkehrt ist es ja auch nicht. Es ist ja nur wahr, wenn viele staunend und überwältigt feststellen: ‚Er hat alles wohlgemacht, die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend.’ Nur, die Ungezählten, die mit ihrer Taubheit und Stummheit bis auf weiteres leben müssen und diejenigen, die sie betreuen und fördern in Wilhelmsdorf und anderswo, nehmen ihre Kraft zum Durchhalten mehr von Jesus, dem Schmerzensmann, als von Jesus, dem Wunderheiler. Da haben sie den vor sich, der auch sie erlöst und ihnen das Anrecht auf ein rundum heilgewordenes Leben erstritten hat. An ihm sehen sie auch, dass es sich lohnt, sein Kreuz zu tragen und in Geduld auf die Herrlichkeit zu warten, die kommen soll. Dass diese kommende Herrlichkeit kein Hirngespinst ist, dafür dürfen uns allerdings Wunderheilungen im Namen Jesu, die es auch heute immer wieder gibt, willkommene Zeichen sein. …“

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